Harzklub-Zweigverein Lerbach e.V.

Quelle: Auszug aus Topografischen Karten (c) |
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Der Harzort Lerbach entstand um 1530 durch den Bergbau. Genau 358 Jahre später,
1888, wurde der Harzklub-Zweigverein Lerbach gegründet. Den 100. Geburtstag hat
der Verein also schon lange hinter sich. Seit dem hat sich, wie auch in den
anderen Zweigvereinen, viel geändert.
Heute zählt der Harzklub-Zweigverein 210 Mitglieder. Für den Ort Lerbach mit
seinen vielen Vereinen ist das erstaunlich. Die Brauchtumsgruppe des
Zweigvereins, "Dä fidelen Lerbschen", vertritt den Verein mit ihren
Darbietungen bei Veranstaltungen und Feiern. Zwei Bildbände hat der
Harzklub-Zweigverein herausgegeben. Den ersten zu seinem hundertjährigen
Jubiläum und wegen der hohen Nachfrage einen zweiten ein paar Jahre später. In
Bildern und Text wird die Geschichte unseres Ortes beschrieben.
Aufgaben
Zu den wichtigsten Aufgaben des Zweigvereins gehören:
die Pflege des Brauchtums
die Pflege der Wanderwege
Natur- und Landschaftsschutz
die Organisation von Wanderungen und Veranstaltungen
Die Pflege der Wege und die Wanderungen betreffend, gibt es vier Schwerpunkte,
die für den Verein besonders wichtig sind. Das ist der "Eisensteinlehrpfad",
der Aussichtspunkt "Kuckholzklippe", der Grillplatz und der "Hundscherweg".

Eisensteinlehrpfad
Aus dem Sommerbergweg, der sich oberhalb der Talsohle den ganzen Ort
entlangzieht, entstand im Jahre 1989 der "Eisensteinlehrpfad". In diesen Jahren
wurde die Heimatstube Lerbach gegründet, die sich intensiv für die Erhaltung
der alten Eisenstollen einsetzt. So konnte der schon immer beliebte
Sommerbergweg aufgewertet werden, und der Harzklub hat die Pflicht den Weg für
die zahlreichen Wanderer besonders zu pflegen. Seitdem werden regelmäßig
Führungen durch den Vorsitzenden des Zweigvereins durchgeführt.
Kuckholzklippe
In Verlängerung des Sommerberg-Weges steht auf der Kuckholzklippe ein Aussichtsturm. Der
1994 zum Baudenkmal erklärte Turm wurde 1897 errichtet. Er gehört zu den vier im
Harz erhalten gebliebenen Stahlgittertürmen. Von ihm aus hat man
einen weiten Blick in das Land und zum Brocken hinüber. Nach der Gebietsreform
1972 kam die Kuckholzklippe in das Betreuungsgebiet Lerbach. 50.000 Euro hat seit dieser Zeit
die Erhaltung des Turmes gekostet. Das war nur mit Mitteln der Kommune, der
Harzwasserwerke und der Hermann-Reddersen-Stiftung möglich.
Grillplatz
Der Grillplatz des Zweigvereins liegt in einem kleinen Seitental. Eine große
Schutzhütte, zahlreiche Sitzmöglichkeiten sowie ein Lagerfeuerplatz bieten
Gruppen und Schulklassen Platz, um dort zu feiern.
Hundscherweg
Der "Hundscherweg", auf der anderen Seite des Tales, ist ein Beispiel dafür,
welche Schwierigkeiten heute bei der Erhaltung der Wanderwege auftreten. Der Weg
soll im Jahre 1301 (Hauserweg) entstanden sein. Er beginnt in Osterode
und geht an Lerbach vorbei nach Buntenbock.
Der Hundscherweg war bis ins Hochmittelalter die Verbindung zwischen Osterode
und Harzburg. Der Weg diente als Heerstraße zur Harzburg, als Versorgungsstraße
in den Harz und auch als Erztransportweg. Hat man die erste Bergkuppe von
Osterode aus erklommen, erreicht man die Köte auf dem "Eselsplatz". Diese Köte
ist ein beliebtes Ziel und wie die Vergangenheit zeigt, wird sie von den
"Wanderern" nicht immer gut behandelt. Das führt dazu, daß die Köte vor einigen
Jahren fast abbrannte und für viel Geld repariert wurde. Der Hundscherweg geht
weiter über den Bergkamm zur "Mangelhalbe" hinauf und verläßt danach das
Betreuungsgebiet unseres Zweigvereins.
Das Schiefertal - ein besonderes Erlebnis für Naturfreunde
Besonders die kleinen Wege, ob historisch
wichtig oder nicht, bieten dem Naturfreund eine Fülle von Sehenswürdigkeiten und
von Erkenntnissen, welche beim Wandern auf den breiten Forststraßen nicht zu
finden sind. Dazu muss gesagt werden, dass der Zweigverein Lerbach noch viele
kleine Wanderwege instandhält. Ein gutes Beispiel ist der Weg durch das
Schiefertal.
Über dieses Tal schreibt unser Naturschutzwart Jürgen Trull: "Ein
Naturerlebnis mit Schluchtwald-Schmetterlingen und Fledermäusen. Im unteren
Talbereich wächst ein naturnaher Eschen-Ahorn-Schluchtwald. Die kennzeichnenden
Baumarten dieses in Niedersachsen seltenen Ökosystemtyps sind: Bergahorn, Esche,
Bergulme und Rotbuche. So ist im Bereich dieses Schluchtwaldes annähernd jenes
Landschaftsbild erhalten, welches einst das gesamte Lerbachtal in weiten
Bereichen geprägt hat, lange vor der Besiedlung und Bewirtschaftung des
Menschen. Blütenreiche Kleinbiotope und alte Stollenmundlöcher bieten dem
Wanderer ein vielfältiges Naturerlebnis."
Im Jahr 2003 ist die Errichtung eines Naturlehrpfades im Schiefertal geplant.
Um das Ziel der Aufrechterhaltung der Wanderwege und besonders der
Verbindungswege zu erreichen, braucht man ehrenamtliche Helfer und die sind
heute nicht mehr so zahlreich wie früher. Junge Menschen für die Arbeit der
Harzklub-Zweigvereine zu begeistern, wird eine der dringenden Aufgaben der
Zukunft sein. Nur so können wir auch noch in den kommenden Jahrzehnten dem
Wanderer ein intaktes Wandernetz anbieten.
Ansprechpartner:
Vorsitzender des Zweigvereins
Frank Koch
Friedrich-Ebert-Str. 6
37520 Osterode am Harz
Tel. 05522 / 73217
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